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M&A Outlook: Unternehmenstransaktionen sollen in Europa deutlich zunehmen

Peter Huber

Peter Huber: „Die Befragung spiegelt das zunehmende Marktvertrauen wider..

Der europäische Markt für Unternehmensfusionen und -übernahmen entwickelt sich nach Ansicht von Brancheninsidern weiter dynamisch.

Verglichen mit dem Vorjahr rechnen in der aktuellen Untersuchung von CMS und Mergermarket European M&A Outlook 2014 noch einmal deutlich mehr Entscheidungsträger mit einer Zunahme der Transaktionsaktivität in den kommenden zwölf Monaten.

Laut der gemeinsamen Studie der internationalen Anwaltssozietät CMS und des Branchendienstes Mergermarket, für die 225 in Europa ansässige Führungskräfte befragt wurden, gehen zwei Drittel von einer zunehmenden und elf Prozent von einer deutlich zunehmenden M&A-Aktivität aus. Im Vorjahr waren es 47 Prozent beziehungsweise ein Prozent gewesen. Die Befragten schätzen auch das konjunkturelle Umfeld wesentlich besser ein – so ist mit 69 Prozent eine Mehrheit der Ansicht, dass das Gröbste überstanden ist, und sogar 85 Prozent erwarten im kommenden Jahr weiteres wirtschaftliches Wachstum in Europa. Am meisten Wachstum wird für das wirtschaftlich anhaltend starke Deutschland prognostiziert: Mit 21 Prozent rechnet hier der höchste Anteil der Befragten mit der größten Aktivität, gefolgt von den Benelux-Ländern mit elf Prozent sowie den nordeuropäischen Staaten und dem Vereinigten Königreich mit jeweils neun Prozent.

Ukraine-Krise als möglicher Dämpfer
„Die Befragung spiegelt das zunehmende Marktvertrauen wider, das auch durch die hohe Anzahl an M&A-Deals in diesem Jahr und jüngst von europäischen Unternehmen angekündigten größeren Transaktionen belegt wird“, so Peter Huber, Partner von CMS in Wien und Leiter des Corporate Transactions-Teams. „Die anhaltenden finanziellen und politischen Unsicherheiten rund um den Ukraine-Konflikt könnten die europäische M&A-Aktivität jedoch noch einbremsen.“ So denken momentan 41 Prozent der Befragten, dass diese Krise Beeinträchtigungen für den Markt bringen könnte.

Branchenkonsolidierung treibt das Geschäft an
Als wichtigste Impulse für die ansteigende Transaktionsaktivität sehen die Umfrageteilnehmer auf der Käuferseite vor allem die Branchenkonsolidierung (59 Prozent), das vermehrte Interesse ausländischer Käufer (56 Prozent) und besonders kaufkräftige Akteure (55 Prozent). Die Branchenkonsolidierung spielt insbesondere im Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor (TMT) eine wichtige Rolle: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahm die Zahl der entsprechenden Deals im ersten Halbjahr 2014 um zehn Prozent zu, das Transaktionsvolumen kletterte gar um 34 Prozent auf 66 Milliarden Euro. Auf Verkäuferseite wird die M&A-Aktivität nach Ansicht der Befragten im Wesentlichen angetrieben durch die Kapitalbeschaffung für Expansion in wachstumsstarke Bereiche (67 Prozent), Fusionen und Übernahmen aus Zwangslagen heraus (59 Prozent) sowie die Trennung von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten bei größeren Unternehmen (56 Prozent). „Distressed M&A“ nahm gegenüber dem Vorjahr neun Prozent ab.

Die Studie zeigt auch, dass regulatorische Aspekte als Haupthindernis von M&A-Deals gesehen werden, gefolgt von Finanzierungsschwierigkeiten und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Auf Branchenebene rangiert TMT bei der Zahl der M&A-Transaktionen an erster Stelle; mit 20 Prozent rechnet der größte Anteil der Befragten für diesen Sektor mit den meisten Deals in den nächsten zwölf Monaten. Platz zwei teilen sich Industrien und Chemie sowie Energie, Bergbau und Versorger mit jeweils 17 Prozent.

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