Start Aktuelles Erfolgreicher Abschluss der Sanierung der ADA Gruppe

Erfolgreicher Abschluss der Sanierung der ADA Gruppe

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Alexander Painsi und Clemens Jaufer
Alexander Painsi und Clemens Jaufer

Jaufer Rechtsanwälte berät seit März 2026 den traditionsreichen Möbelhersteller durch mehrere komplexe Sanierungsverfahren. Wie berichtet wurde über die ADA Möbelwerke Holding AG und die ADA Möbelfabrik GmbH am 24. März 2026 jeweils ein Sanierungsverfahren eröffnet.

Im April 2026 folgte die Eröffnung von Sanierungsverfahren über zwei Tochterunternehmen in Ungarn (mit drei Produktionsstandorten). Die beiden ungarischen Unternehmen konnten bereits im Juni mit ihren Gläubigern den Sanierungsplan positiv abschließen; die österreichische Holding konnte im August durch den Einstieg eines strategischen Investors auf Aktionärsebene einen Sanierungsplan vorschlagen. Dieser wurde von den Gläubigern am 04.08.2026 mit überwältigender Mehrheit angenommen und am 18.09.2026 vom Gericht bestätigt. Insgesamt waren in den vier Verfahren weit mehr als 1.200 Beschäftigte betroffen, wovon die wesentliche Anzahl infolge der erfolgreichen Sanierung erhalten geblieben ist. In Österreich konnten zwei wesentliche Gesellschaften der Gruppe außergerichtlich saniert und darüber hinaus der Produktionsstandort in Rumänien gleichermaßen aus einer Insolvenz herausgehalten werden.

Die Konzerngesellschaften wurden federführend von den Partnern von Jaufer Rechtsanwälte, Clemens Jaufer und Alexander Painsi (beide Sanierungs-, Finanzierungs- und Transaktionsrecht), begleitet. Mit im Team waren Kanzleipartnerin Franziska Jaufer (Arbeitsrecht) und Rechtsanwaltsanwärterin Almina Essenko (Insolvenzrecht). Bei der ADA Holding wurden Christian Pfandl und Barbara Schmid (beide Aschmann & Pfandl Rechtsanwälte in Graz) zu InsolvenzverwalterIinnen bestellt, die die Verhandlungen mit dem Investor und die Sanierung der ausländischen Tochtergesellschaft aktiv mitgestaltet haben. Für die ADA Möbelfabrik wurden Philipp Casper sowie Georg Wielinger zu Insolvenzverwaltern ernannt. Die Produktion dieser Gesellschaft in Österreich konnte nicht fortgeführt werden, ihre Assets wurden verkauft.

Die ADA Möbelwerke Holding mit Hauptsitz in der Oststeiermark sowie Büro- und Produktionsstandorten in Raaba und Anger (Steiermark), Ungarn (mit drei Produktionsstandorten) und Rumänien zählt zu den traditionsreichsten Möbelherstellern Österreichs. Ziel war es von Beginn an, die Unternehmensgruppe in Österreich in reduzierter Form fortzuführen und mit den internationalen Standorten gemeinsam mit Investoren zu erhalten. Dies ist in vollem Umfang gelungen.
Komplexität grenzüberschreitender Verfahren im Konzern

Die Besonderheit des Falls liegt in der grenzüberschreitenden Struktur der Unternehmensgruppe.

„Mit Produktionsstandorten in Ungarn und Rumänien erforderte die Sanierung eine Koordination zwischen unterschiedlichsten Rechtsordnungen. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie dringend wir für das Funktionieren der Konzernsanierung ein harmonisiertes europäisches Insolvenzrecht und konkret einen einheitlichen Konzerninsolvenzrahmen benötigen„, betont Dr. Clemens Jaufer, Partner von Jaufer Rechtsanwälte.

„Die Sanierung der ADA Gruppe war sehr komplex und wurde nur durch das Zusammenwirken aller Berater:innen in den einzelnen Ländern ebenso wie mit den Insolvenzverwalter:innen in allen Verfahren möglich. Ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen für Konzerne würde Sanierungsverfahren erheblich effizienter machen, die Sanierungskosten stark reduzieren und die Chancen auf einen Sanierungserfolg deutlich erhöhen“, so Kanzleipartner Alexander Painsi.

Der Schuldenstand der beiden betroffenen österreichischen Gesellschaften beträgt rund 30 Millionen Euro, vorwiegend bei großen und institutionellen Gläubigern. Der Jahresumsatz der Gruppe betrug zuletzt ca. 110 Millionen Euro.

Foto: beigestellt, C. Strobl