ANWÄLTE DIE BEWEGEN: Andreas Daxberger

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Der in den Bereichen handels-, versicherungs- und baurechtliche Streitigkeiten bekannte und erfahrene Rechtsanwalt und Partner Andreas Daxberger hat inzwischen mehr als 25 Jahre Erfahrung und ist seit 2004 in der international präsenten Wiener Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper tätig. Wir haben nachgefragt, wie die Karriere bis dato gelaufen ist und was ihn geprägt hat.

Sie haben eine interessante Karriere, trotzdem sollte man aber beleuchten, warum sie eigentlich Anwalt geworden sind, ist das familiär bedingt oder war das eine eigene Entscheidung?

Daxberger: Also ich habe grundsätzlich keine familiären Vorbelastungen. Ich denke, man muss hier zwei Sachen unterscheiden. Das eine ist das Studium und das zweite dann die Entscheidung, letztlich in die Anwaltei zu gehen.

Ein praktikabler Ansatz war zunächst, dass man mit der Juristerei grundsätzlich immer viel machen kann, das heißt auch in verschiedenen Jobs tätig sein kann und natürlich auch in der Anwaltei. Für mich war es aber grundsätzlich immer klar, dass ich mich für die Anwaltei entscheide.

Gibt es etwas, das sie besonders begeistert an der Anwaltei oder ein besonderes Highlight, das sie erlebt haben?

Für mich war es immer der streitige Bereich, ob vor ordentlichen Gerichten oder Schiedsgerichten. Das war auch der Grund, warum ich mich letztlich dafür entschieden habe, Anwalt zu werden.

Sie sind jetzt 20 Jahre bei DLA Piper, also 2004 ist ein Jubiläum. Wie kommt man zu DLA Piper? Geht man zuerst in eine kleine Kanzlei oder steigt man gleich in eine internationalen Großkanzlei ein?

Ich bin aus einer kleinen Salzburger Kanzlei mit Schwerpunkt im streitigen Verfahren gekommen, heute würde manes eine Boutique-Kanzlei nennen. Damals hat mich ein Freund angerufen, der Ende 2003 bei DLA Piper angefangen hat.
Ich kann mich noch sehr gut an dieses Telefonat erinnern. Er wusste, dass ich grundsätzlich im streitigen Verfahren bleiben, aber sehr gerne international arbeiten möchte und es jetzt eine passende Kanzlei in Österreich geben würde, die derzeit auch insbesondere Kollegen und Kolleginnen, die im streitigen Verfahren tätig sind, sucht. Historisch war offensichtlich Weiss-Tessbach hauptsächlich im M&A-Bereich tätig, während für streitige Verfahren eher kleinere Kanzleien standen. Es gab auch damals nur eine kleine Litigation Abteilung.

Heute ist Litigation nicht nur hier in Wien, sondern auch international die größte und erfolgreichste Einheit.

Gestartet 2004 und 2008 schon Partner, das ist ja wirklich eine bemerkenswerte Karriere. Was hat man da noch für Ziele?

Grundsätzlich sind diese zwanzig Jahre wie im Flug vergangen. Für mich gab es auch nie eine Veranlassung, die Kanzlei zu wechseln, weil DLA Piper derartig dynamisch ist und vielfältig, dass mir die ganzen 20 Jahre nie langweilig geworden ist. Ich bin auch davon überzeugt, dass dieser Prozess andauern wird und auch noch viele andere Generationen hier begeistern und hier nie Langeweile einkehren wird.

Inwieweit beeinflusst KI jetzt schon ihren Rechtsbereich. Wird es einen virtuellen Anwalt geben?

Ich kann nur für meinen Bereich sprechen. KI wird sicher eine gewisse Rolle einnehmen. Aber ich bin davon überzeugt, dass es für mich im streitigen Verfahren keine Auswirkungen haben wird, ob es vor ordentlichen Gerichten oder vor Schiedsgerichten sei. Im Wesentlichen werden immer – und für mich erst recht – nach wie vor die Menschen im Vordergrund stehen.

Etwas Persönliches. Würden sie irgendeine Person, die Sie noch nicht getroffen haben, gerne mal treffen, auf einen Kaffee oder auf ein Gespräch?

Mich haben immer Menschen begeistert, die es geschafft haben, zum Ausdruck zu bringen, dass sie ein bewegtes Leben haben, das auch andere beeinflusst. Ein Leben, das andere Menschen auch fasziniert. Das sind natürlich in der Regel Menschen, die mehr im künstlerischen Bereich tätig sind, ob Schriftsteller oder Maler. Viele kann ich leider nicht mehr treffen. Was mich insbesondere begeistert hat, war zum Beispiel das Leben eines van Gogh, aber ich bin auch ein begeisterter Leser von Thomas Bernhard.

Traditionell hat man Anwälte mit Anzug und Krawatte gesehen. Das hat sich auch geändert. Sie, glaube ich, sind auch einer der Vorreiter, der die Krawatte früh abgelegt hat, warum?

In der Tat hat sich da einiges verändert. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich angefangen habe als Konzipient, also mittlerweile vor fast 30 Jahren, da wäre es ein No-go gewesen. Ich habe also wirklich von Montag bis Freitag entweder einen dunkelblauen oder einen grauen Anzug, Hemd und Krawatte, getragen, etwas anderes war denkunmöglich.

Gott sei Dank hat sich das generell alles ein bisschen geändert, diesen Beruf verbindet man jetzt nicht mehr zwingend mit einem Dreiteiler, sondern mit inhaltlicher Leistung.

Sie sind sehr interessiert an Kunst? Was macht man da in der Freizeit, wo trifft man sie in der Freizeit an, gehen sie mehr ins Theater, gehen sie mehr auf Vernissagen, beschäftigen Sie sich selber mit Kunst?

Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit als Hobby für mich die Fotografie entdeckt. Mich fasziniert die Fotografie außerhalb meines Berufs in meinem Privatleben, ich bin erst am Anfang. Am liebsten muss ich gestehen, treffe ich mich nach wie vor mit Freunden oder gehe mit meiner Frau gerne essen, aber die Fotografie ist etwas, was ich für mich entdeckt habe und was ich auch ganz gerne ein bisschen weiterentwickeln möchte.

Dann gibt es jetzt demnächst wahrscheinlich eine Vernissage “Andreas Daxberger Fotografie“?

Das wäre wahnsinnig schön, aber das kann ich leider ausschließen.

Danke für das Interview.
Sehr gerne.

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