Anwälte die bewegen: Julia Goth

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Julia Goth - Anwälte die bewegen
Julia Goth – Anwälte die bewegen

Vom Trainee zur Equity-Partnerin. Mit Februar 2022 stieg Julia Goth bei Haslinger / Nagele zur Equity-Partnerin auf. Eine Anwalts – Karriere auf die wir gerne einen näheren Blick ermöglichen möchten. Während ihres Studiums absolvierte Julia Goth das „practice4jus“-Traineeprogramm der Kanzlei und nach Abschluss des Studiums und der Gerichtspraxis startete sie ab 2012 als Rechtsanwaltsanwärterin bei Haslinger / Nagele durch. Jetzt berät Sie Mandanten zu Fragen des allgemeinen Vertrags- und Zivilrechts, ist außerdem Stiftungsvorstand bei einer österreichischen Privatstiftung und Vortragende an der Fachhochschule der WKW in Wien sowie an der FH Oberösterreich am Campus Hagenberg.

Wie sind Sie eigentlich Rechtsanwältin geworden, sind Sie vorbelastet?

Ich bin die erste Rechtsanwältin in der Familie, also insofern nicht „erblich vorbelastet“. Mich hat das Rechtssystem an sich aber schon immer interessiert. Beeinflusst wurde ich auch durch diverse Fernsehserien, in denen die Tätigkeit als Rechtsanwältin als sehr spannend und herausfordernd dargestellt wurde. In der Realität unterscheidet sich der Beruf zwar schon teilweise sehr von dem in den Medien gezeichneten Bild, die Arbeitstage sind aber nicht weniger aufregend.

Was begeistert Sie besonders an der Juristerei und was war Ihr besonderes Highlight?

Ich habe schon immer gerne versucht „Rätsel“ zu lösen und mag es, Dinge zu strukturieren und zu organisieren. Insofern ist die Juristerei perfekt, weil man bei der Prüfung von Rechtsfragen verschiedenste Quellen auffinden, zusammentragen und strukturieren muss und im Idealfall zu einer logischen, gesamthaften Lösung zusammenfügen kann. Neben dieser Denkarbeit im Büro zeichnet sich die Arbeit als Rechtsanwältin aber auch dadurch aus, dass man Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen hat (MandantInnen, KanzleikollegInnen, andere RechtsanwältInnen und NotarInnen). Diese Mischung aus konzentriertem Arbeiten und Tüfteln und Interagieren mit den verschiedensten Persönlichkeiten ist für mich jeden Tag wieder ein Highlight.

Sie waren schon während des Studiums bei Haslinger / Nagele tätig, damals als Trainee jetzt sind sie seit Februar 2022 Equity-Partnerin. Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich noch vor Augen?

Seit ich bei Haslinger / Nagele zu arbeiten begonnen habe war es mein Ziel, Equity-Partnerin zu werden. Dieses Ziel habe ich nun erreicht, weshalb mein Fokus jetzt darauf liegt, meine Bekanntheit als Rechtsanwältin zu steigern, mich in meinem Fachbereich weiter zu spezialisieren und auch intern an der Weiterentwicklung unserer Kanzlei als renommierte Wirtschaftskanzlei und beliebter Arbeitgeber stärker mitzuwirken. Insbesondere ist es mir auch wichtig, mich in der Ausbildung unserer KonzipientInnen zu engagieren, diesen Feedback zu geben und somit idealerweise dazu beizutragen, dass wir unser Team noch weiter stärken und vergrößern können.

Was liegt Ihnen als Partnerin bei Haslinger / Nagele besonders am Herzen?

Was mich bei Haslinger / Nagele immer schon besonders beeindruckt hat war, dass wir sehr hohe Ansprüche an die Qualität unserer Ausarbeitungen und Beratung legen, trotzdem aber „bodenständig“ sind und der Kontakt zwischen den PartnerInnen und MitarbeiterInnen gefördert wird. Diese Mischung aus fachlich hochqualitativer Arbeit und gemeinsamer Gestaltung des Arbeitsalltags (bei dem auch das Zusammensitzen beim Mittagstisch und der Austausch über aktuelle Causen, Klatsch und Tratsch nicht fehlen darf) ist der Grund dafür, dass ich so gerne Teil dieser Kanzlei bin. Als Equity-Partnerin liegt mir besonders am Herzen, dass wir diese Mischung aus Qualität und Bodenständigkeit weiterhin beibehalten und noch mehr fördern.

Wie sieht, aus Ihrer Sicht, der Anwaltsberuf der Zukunft aus – der virtuelle Anwalt oder wo ist Persönlichkeit auch in Zukunft gefragt?

Das ist eine spannende Frage. Einerseits schreitet die Technologie immer weiter voran und es gibt schon zahlreiche Tools, die die tägliche Arbeit (z. B. die Prüfung von Dokumenten oder die Erstellung von Verträgen) erleichtern können. Andererseits waren wir durch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten zwei Jahren ohnehin schon gezwungen, mehr oder weniger zum „virtuellen Anwalt“ zu werden, weil persönliche Besprechungen nur noch vereinzelt möglich waren. Dass es in Zukunft einen rein virtuellen Anwalt, ohne persönliche Kontakte (im Sinne von Besprechungen im selben Raum) geben wird, glaube ich eher nicht. Zwar sind Videokonferenzen praktisch und auch sinnvoll, wenn dadurch z. B. lange Reisezeiten vermieden werden können. Meiner Ansicht nach ist aber beispielsweise bei größeren Verhandlungsrunden oder besonders sensiblen Themen die persönliche Besprechung und das Gemeinsam-im-selben-Raum-Sein dennoch sehr wichtig und kann durch virtuelle Treffen nur schwer ersetzt werden.

Sie sind sehr engagiert. Wie entspannt sich eine engagierte Anwältin in der eigentlich wenigen Freizeit?

Zum Ausgleich verbringe ich Zeit mit meinem Mann, treffe mich mit Freunden und Familie und versuche möglichst aktiv zu sein und schöne Dinge zu genießen. Ich gehe sehr gerne wandern oder radfahren und liebe es, neue Restaurants auszuprobieren. Ein besonders ausgefallenes und interessantes Menü ist mir auch einen Wochenendausflug wert, vor allem da ich generell gerne reise und die Welt entdecke (insbesondere Asien). Abends lese ich auch gerne mal ein (nicht zu anspruchsvolles 🙂 ) Buch.

Danke für das Interview

Redaktion. Walter j. Sieberer

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