Legal Cloud Platforms sind nicht wegzudenken

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Im Legal Cloud Computing liegt die Zukunft. Wir haben dazu Hannes Kamleitner (CEO) und Alexander Danter (Cloud Architect) von Plan-B einige Fragen gestellt. Plan-B IT hat zusammen mit Microsoft und ALSO eine Cloud-Plattform speziell für Anwaltskanzleien ins Leben gerufen.

Redaktion: Das Unternehmen Plan-B IT GmbH hat in Kooperation mit Microsoft und ALSO das Produkt Legal Cloud Platform (Plan-LCP) entwickelt. Was kann man sich darunter vorstellen?

Kamleitner: Der überwiegende Teil der Rechtsanwälte in Österreich verwendet aktuell eine klassische IT-Infrastruktur mit einen oder mehreren lokalen Servern in den Räumlichkeiten der Kanzlei. Plan-LCP ermöglicht diese Umgebungen in eines der modernen Azure-Rechenzentren von Microsoft innerhalb der EU (bzw. Österreich) zu migrieren und dort zu betreiben.

Welche Vorteile ergeben sich dadurch für die Anwender?

Kamleitner: Da gibt es einige. Zu den größten gehören sicher die erhöhte Mobilität und Flexibilität. Da nur eine Verbindung ins Internet notwendig ist, um weltweit auf seinen Kanzlei-Rechner zuzugreifen, kann z.B. recht unkompliziert den Mitarbeitern Home-Office ermöglicht werden. Zusätzlich kann flexibel auf Änderungen in der EDV reagiert werden. Sollte z.B. ein neuer Server für den Test einer Applikation notwendig sein, kann dieser in sehr kurzer Zeit im Rechenzentrum konfiguriert und bereitgestellt werden und nach dem Test genauso schnell wieder entfernt werden. Diese Skalierbarkeit erlaubt auch auf andere wachsende Bedürfnisse, wie z.B. Mitarbeiter-Zuwachs, ohne teure Hardware-Upgrades zu reagieren.

Hannes Kamleitner: " Die Ausfallssicherheit wird durch den Betrieb in einem Rechenzentrum gegenüber einer lokalen Installation erheblich erhöht!"
Hannes Kamleitner: “ Die Ausfallssicherheit wird durch den Betrieb in einem Rechenzentrum gegenüber einer lokalen Installation erheblich erhöht!“

Ein dritter und für Rechtsanwälte der wohl wichtigste Punkt ist natürlich, dass die Ausfallssicherheit durch den Betrieb in einem Rechenzentrum gegenüber einer lokalen Installation erheblich erhöht wird. Wir können z.B.: automatisch auf eine gespiegelte Instanz in einem anderen Rechenzentrum umschalten, wenn Probleme auftreten. Dies gewährleistet eine nahtlose krisenfeste Nutzung für die Kanzlei.

Und diese Lösung ist DSGVO-Konform?

Kamleitner: Microsoft hat dies von der renommierten österreichischen Anwaltskanzlei prüfen und in einem Gutachten bestätigen lassen. Diese Gutachten findet man auf der Seite der österreichischen Rechtsanwaltskammer im LoginPortal zum Nachlesen.

Wie funktioniert die Datensicherung bei dieser Lösung und wie eine etwaige Wiederherstellung?

Danter: Die Sicherung erfolgt automatisiert und regelmäßig auf ein Speichermedium im Rechenzentrum, ein Wechseln von Bändern oder Festplatten für die wöchentliche, jährliche Rotation entfällt. Sollte einmal eine Wiederherstellung notwendig werden, kann diese dank der performanten Anbindungen zwischen Sicherungsziel und Plan-LCP zeitnah und schnell erfolgen.

Gibt es eine Möglichkeit Daten weiterhin Inhouse, also nicht in der Cloud abzuspeichern?

Kamleitner: Selbstverständlich gibt es eine Möglichkeit, die Daten Inhouse zu speichern, ohne die Cloud zu nutzen. Unsere Hybrid-Lösung bietet genau diese Möglichkeit. In der Kanzlei wird weiterhin ein spezieller Speicherplatz (Storage) bereitgestellt. Dieser Speicherplatz befindet sich lokal in der Kanzlei und ermöglicht es, Daten direkt darauf abzuspeichern, ohne dass diese in der Cloud gespeichert werden.

Mit dieser Lösung hat die Kanzlei die volle Kontrolle über ihre Daten und können sicherstellen, dass sie in ihrer eigenen Infrastruktur gespeichert sind. Anwälte und Mitarbeiter können problemlos auf den lokalen Storage zugreifen, um Dateien und Informationen sicher zu speichern und abzurufen.

Diese Hybrid-Lösung bietet die Flexibilität, die Anwälte benötigen, um sowohl die Vorteile der Cloud als auch die Sicherheit und Kontrolle einer Inhouse-Speicherlösung zu nutzen.

Sehen sie auch Nachteile gegenüber einer Inhouse Lösung?

Danter: Da die gesamte EDV-Umgebung außer Haus in einem Rechenzentrum betrieben wird, ist eine stabile Internetverbindung zwingend notwendig. Durch den ständigen Ausbau der Provider sind die dafür notwendigen Voraussetzungen aber fast flächendeckend in Österreich vorhanden. Natürlich wird dies im Vorfeld einer Migration getestet und gegebenenfalls gemeinsam mit dem Kunden entschieden ob und wie nachgebessert werden muss.

Wie schaut es mit den Kosten aus, insbesondere im Vergleich mit einer Inhouse Lösung?

Kamleitner: Je nach Kanzleigröße gibt es derzeit unterschiedliche Pakete, die man auf der Webseite finden kann. Sollte sich dort kein passendes finden gibt es auch die Möglichkeit ein individuelles zu schnüren. Mit der Legal Cloud Platform werden die Kosten geringgehalten und es ist bei einem bevorstehenden Serverupgrade oder eine Neuanschaffung kein Investment von mehreren tausend Euro notwendig.

Wie funktioniert eine Migration zur Legal Cloud Platform?

Danter: Die Migration zur Legal Cloud Platform verläuft reibungslos und unkompliziert. Vor der eigentlichen Migration werden Ihre Daten sorgfältig synchronisiert, um sicherzustellen, dass kein Informationsverlust oder Dateninkonsistenz auftritt. Dieser Schritt gewährleistet, dass Ihre gesamte digitale Akte und alle relevanten Softwareanwendungen ordnungsgemäß in die Cloud übertragen werden.

Sobald alle Ihre Daten und Softwareanwendungen erfolgreich in der Cloud installiert sind, steht Ihnen ein nahtloser Übergang zur Verfügung. Dieser Übergang wird oft als „GoLive“ bezeichnet und markiert den Zeitpunkt, an dem Ihre Anwaltskanzlei uneingeschränkten Zugriff auf die zahlreichen Vorteile der Legal Cloud Platform erhält.

Kamleitner: Die Legal Cloud Platform ist darauf ausgelegt, Anwaltskanzleien dabei zu unterstützen, ihre Arbeit effektiver und effizienter zu gestalten. Mit einer reibungslosen Migration und einer einfachen Integration in Ihre bestehende Arbeitsumgebung können Sie die Vorteile der LCP voll ausschöpfen.

Danke für das Gespräch

Interview & Foto: Walter J. Sieberer

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