Wolf Theiss veranstaltet Diskussionsforum zum Thema berufliche Gleichstellung von Frauen

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Foederl-Schmid, Oppitz, Tomanek, Glatz-Kremsner, Fischer, Heinisch-Hosek
Foederl-Schmid, Oppitz, Tomanek, Glatz-Kremsner, Fischer, Heinisch-Hosek

Ein hochkarätiges Expertinnen-Podium rund um Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek diskutierte am Mittwochabend über die Frage ob Führungspositionen in Verbindung mit Teilzeitarbeit möglich sind. Moderiert wurde die Diskussion von Standard-Chefredakteurin Dr. Alexandra Föderl-Schmid.

Bereits zum zweiten Mal lud die Wirtschaftsanwaltssozietät Wolf Theiss zur Diskussion zum Thema Gender Diversity mit Frauenministerin Heinisch-Hosek. Zentrale Frage der Veranstaltung, die am 13. Februar im Le Meridien Hotel in Wien stattfand, war, ob eine Führungsposition und Teilzeitarbeit zwingend im Widerspruch stehen oder ob auch Führungspositionen in Teilzeit ausgeführt oder gar erreicht werden können. Diskutiert wurden zudem aktuelle Veränderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen (Stichworte: Anspruch auf Elternteilzeit und Frauenquoten in Führungsgremien) und welche Auswirkungen diese auf die österreichische Unternehmenskultur haben.

Eröffnet wurde der Abend von Wolf Theiss Partnerin Mag. Eva Fischer. An der anschließenden Diskussion unter der Leitung von Der Standard- Chefredakteurin Dr. Alexandra Föderl-Schmid, beteiligten sich neben Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek auch Mag. Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsdirektorin der Casinos Austria AG und der Österreichischen Lotterien GmbH, Mag. Tatjana Oppitz, Generaldirektorin der IBM Österreich GmbH sowie Mag. Doris Tomanek, Vorstandsdirektorin der UniCredit Bank Austria AG.

Alle Teilnehmerinnen waren sich einig, dass die Möglichkeit zur Vereinbarung von Beruf und Familie, sowie die Ausübung einer Führungsposition in Teilzeit eine im Unternehmen gelebte Top-Down-Strategie sein muss. Nur wenn es mehr Vorbilder gibt und die Firmenleitung alternative Arbeitszeitmodelle gezielt fördert, können diese flächendeckend funktionieren. Nicht nur die Schaffung von unternehmensinternen Netzwerken zur Unterstützung der MitarbeiterInnen in Teilzeit, sondern auch die Änderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sind den Diskussionsteilnehmerinnen zufolge Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung.

Auf die Frage nach Rollenbeispielen in ihrem eigenen Unternehmen, stellte Frau Mag. Oppitz fest, dass bei IBM klar die Suche nach der besten Person für den Job zählt und MitarbeiterInnen unabhängig von der jeweiligen Arbeitszeit nur nach erbrachter Leistung beurteilt werden. „Teilzeit darf kein Karriereknick sein“, fügt sie hinzu. Frauenministerin Heinisch-Hosek betont, dass das Umdenken in den Köpfen beginnen muss und die Teilzeitfrage auch kein reines Frauenproblem sein sollte. Aber heute gelte in Österreich für viele Männer nach wie vor ein „Ernährermodell“, das Druck auf sie ausübe, Vollzeit zu arbeiten. Frauen hingegen verspürten oft den Druck zur Teilzeitarbeit, da schlichtweg adäquate Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie fehlen. Auch Frau Mag. Glatz-Kremsner weiß aus ihrer persönlichen Erfahrung zu berichten: „Mein Sohn war 8 Jahre alt, als ich in den Vorstand kam und natürlich war es schwierig beides zu vereinbaren.“ Auch wäre es ärgerlich, dass die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer Frauen gestellt werde; männliche Vorstandskollegen werden so gut wie nie danach gefragt. Sie bekräftigt, dass Teilzeitarbeit und Führungsrolle für beide Geschlechter vereinbar gemacht werden müssten, da heute vor allem auch von der jungen Generation immer mehr Flexibilität und Work-Life-Balance nachgefragt würden. Frau Mag. Tomanek bringt es auf den Punkt und erklärt, dass es, um eine Führungsrolle in Teilzeit ausüben zu können, vor allem Vertrauen, klarer Vorgaben und Kommunikation der Erwartungen bedürfe. Unternehmensintern machte sie auch die Erfahrung, dass es sich nicht nur um ein Frauen-Thema handle, sondern Möglichkeiten auch in Zusammenarbeit mit Männern beleuchtet werden müssten. Nur so könne man das Verständnis auf beiden Seiten stärken und mehr „Role Models“ schaffen.

Im Anschluss an die Diskussion konnten sich die rund 160 Gäste, die der Einladung gefolgt waren, beim Networking-Cocktail erfrischen. Im Publikum wurden u. a. gesehen: Doris Bock (Geschäftsführerin, Neudoerfler Office Systems GmbH), Lisa Florkowski (Head of Group Compliance, Raiffeisenbank International AG), Corina Haut (Leiterin der Rechtsabteilung, Knorr Bremse AG), Robert Lasshofer (Generaldirektor, Wiener Städtische Versicherungs AG), Gerlinde Layr-Gizycki
(Member of the Board, LGT Bank AG), Eleonore Leder (Managing Director – Head of HR, Raiffeisen Centrobank), Carina Rath-Bachmann (HR Director, Estee Lauder Cosmetics GmbH), Barbara Selden (Abteilung Sozio-ökonomische Gleichstellung, Bundeskanzleramt), Stephan Spatt (HR Manager, Licht für die Welt), Martina Supper (Head of Mergers & Acquisitions, Österreichische Post AG)

www.wolftheiss.com

Foto: beigestellt

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