CEE: M&A Insider berichten..

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Wenn man an M&A denkt und Wien als Tor zu Central Eastern Europe oder South East Europe betrachtet, dann liegt man sicher nicht falsch. Beschäftigen sich doch von der österreichischen Hauptstadt aus, zahlreiche große Rechtsanwaltskanzleien intensiv mit dem Thema.

Obwohl die Finanzkrise in alle Munde ist, so scheint sicht der M&A Markt in CEE und SEE soweit beruhigt zu haben. Laut Dr. Willibald Plesser war 2011 für Freshfields Bruckhaus Deringer ein besonders gutes Jahr. Die Kanzlei, mit Sitz in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom, hat diese Jahr insbesondere bei Großtransaktionen gepunktet. „So haben wir neben der Sberbank Transaktion (Vertretung der Sberbank beim Erwerb von 10 CEE Banken von der Volksbanken Gruppe), für die wir 2012 den „Advocatus“-Preis in Österreich und internationale Preise wie etwa einen Top-Rang beim FT Innovative Lawyers Award bekommen haben, an einer Reihe von Milliardentransaktionen gearbeitet. Offenbar sind große Investitionen und Umstrukturierungen in Osteuropa im Gange, von denen wir ein guter Teil zu uns kommt“, erklärt Plesser.

Ähnliches zu berichten hat auch Dr. Alexander Popp, Partner bei Schönherr Rechtsanwälte. Für seine Kanzlei war der CEE M&A Markt 2011 überraschend gut. „Das zeigen die offiziellen M&A Statistiken, wenn man sich die Anzahl der Deals und die Transaktionswerte der Deals ansieht. Allerdings sollte man CEE nie pauschal betrachten – in manchen Ländern der Region lief es besser, in anderen schlechter“, analysiert er. Das M&A Team von Schönherr für CEE besteht aus etwa 120 Juristen.

Auch die Anwälte von Dorda Brugger Jordis sehen wieder Anfragen vor allem in Bulgarien, Russland und den postjugoslawischen Ländern und vereinzelt auch im Baltikum, besonders in den Bereichen Energie und Infrastruktur.  Partner Dr. Martin Brodey dazu: „Die im Jahr 2011 an den CEE M&A Markt gestellten Erwartungen waren, bedingt durch die Finanzkrise, nicht allzu hoch. Nach einer krisenbedingten Stagnation der internationalen M&A-Aktivitäten im CEE-Raum zeichnete sich ab 2011 eine leichte Erholung des Marktes ab, die sich heuer fortsetzte.“

Dr. Raimund Cancola, Partner bei Taylor Wessing, sieht den Markt diffenzierter: „Während 2011 aufgrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen (Stichwort: Euro- und Schuldenkrise) auch mit Hinblick auf die M&A-Aktivitäten durchaus herausfordernd war, gab es in den einzelnen Ländern doch erhebliche Unterschiede, sodass eigentlich nicht von einem einheitlichen CEE-Markt gesprochen werden kann.“ Er sieht einen drastischen Rückgang der M&A-Aktivität in Ungarn, aber in Polen – in Übereinstimmung mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung – keinen derartigen Rückgang sondern sogar eine Ausweitung der Aktivitäten. Insgesamt ließe sich ein Trend zu krisengetriebenen („distressed“) Transaktionen beobachten.

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Redaktion: Walter J. Sieberer

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