Vom Junganwalt zum Jungunternehmer – Die Wiener Rechtsanwaltskammer informierte

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Mehr als 150 Teilnehmer sind am 22. April der Einladung der Wiener Rechtsanwaltskammer zum Junganwältetag 2010 ins Raiffeisen Forum Wien gefolgt. Bei der kostenlosen Serviceveranstaltung, die von Raiffeisen durch die Bereitstellung der Räumlichkeiten unterstützt wurde, konnten Mitglieder der Wiener Rechtsanwaltskammer und Studierende ihr Wissen hinsichtlich einer Kanzleigründung erweitern. Ausgewählte Experten sprachen im Rahmen von Podiumsdiskussionen zu Themen wie Strategie, Planung, Controlling und Management von Kanzleien.

Bereits zum zweiten Mal lud die Rechtsanwaltskammer Wien Junganwälte dazu ein, ihr Know-how hinsichtlich der Gründung und des professionellen Managements einer Kanzlei im Rahmen des Junganwältetages zu vertiefen. „Der Junganwältetag ist ein Service der Kammer für ihre Mitglieder. Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen erhalten umfassende Information aus Bereichen, die während des Studiums und der weiteren Ausbildung oft nicht oder nicht ausreichend vermittelt werden, aber für den Aufbau und das Management einer Kanzlei notwendig sind. Mit der Veranstaltung werden Themen besetzt, die für Rechtsanwälte essentiell sind“, erklärt Dr. Stefan Prochaska, Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer und Initiator des erfolgreichen Events.


Im Rahmen zweier Workshops, die mit einem Podium aus namhaften Experten aus Wirtschaft und Recht besetzt waren, wurden Fragen zu Methoden, betriebswirtschaftlichen Tools, Marketing und dem richtigen Umgang mit Medien diskutiert. „Zu Beginn unterschätzen leider viele Anwälte den finanziellen und strukturellen Aufwand, den eine Unternehmensgründung mit sich bringt. Es ist wichtig, sich am Anfang einen Überblick zu verschaffen und die schrittweise seine Strategie umzusetzen“, so Dr. Christian Ohswald, Leiter Raiffeisen Private Banking. Ing. Franz Nigl ging in seinem Statement auf das Entlohnungssystem der Anwälte ein: „Bei der Verrechnung der Honorare der Anwälte an ihre Klienten sollte es aus meiner Sicht einen Schritt in Richtung leistungsorientierte Bezahlung geben. Denkbar wäre eine Basispauschale und ein erfolgsabhängiger Anteil. In einem Punkt waren sich die Gastredner einig: Um eine Rechtsanwaltskanzlei erfolgreich zu führen, genügt es heute nicht mehr, einfach ein Messingschild am Türeingang anzubringen: Die richtige Strategie, ein Businessplan und ein Qualitätsmanagement gehören heute genauso dazu wie eine gut strukturierter Unternehmensauftritt im Internet.

Junganwälte, die eine Kanzlei eröffnen, sollten sich vor der Start unbedingt Zeit nehmen, um sich Gedanken über ihr Geschäftsmodell, ihre Kernkompetenzen und ihren potenziellen Kundenstock zu machen. Wieviel Zeit verbringe ich beim Kunden? Wieviel Zeit brauche ich für administrative Tätigkeiten? Welche Verrechnungsgrundsätze gelten bei meinem Honorar? Neben derartigen betriebswirtschaftlichen Fragen wurden auch Themen wie die neuen Herausforderungen und Chancen durch die Kommunikation in social media sowie der richtige Umgang mit Journalisten im Zuge der Positionierung der eigenen Kanzlei diskutiert. „Durch die zusätzliche Managementfunktion, die ein Anwalt neben seiner Beratertätigkeit erfüllen muss, wird der zeitlich Aufwand natürlich größer. Effektive Planung und ein gutes Zeitmanagement sind wichtig um langfristig qualitativ hochwertige Leistungen anbieten zu können“, erklärt Claudine Vartian, Managing Partnerin bei DLA PIPER WEISS-TESSBACH, die Aufgaben, die durch die Ausübung einer Führungsfunktionen auf Rechtsanwälte zukommen.
Im Anschluss an die praxisrelevante Podiumsdiskussion gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, bei der Junganwältemesse konkrete Informationen zum Thema „Unternehmen Rechtsanwalt“ einzuholen. Die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte konnten sich bei insgesamt 14 Anbietern aus den Bereichen Software, Versicherung und Verlage zu Dienstleistungen und Produkten informieren.

Rückfragehinweis:
Rechtsanwaltskammer Wien
Tel. 533 27 18/21 DW
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